Leserbrief Nicole Christ, Ruhlkirchen – OZ vom 16. Juli 2010

Betrifft:: Geplante Windkraftstandorte rund um Alsfeld

Häuser in der Nähe von Windkraftanlagen verlieren zwangsläufig an Wert. Faktoren, die dabei eine große Rolle spielen, sind: die Zerstörung des natürlichen Landschaftsbilds durch die Windräder; Geräuschbelästigungen, die mit einhergehen sowie Schattenwurf über mehrere Kilometer, um nur einige zu nennen. All das lässt eine Immobilie nur noch mit erheblichen Preisnachlässen vermarkten, das heißt verkaufen oder vermieten – wenn sich denn überhaupt noch ein Mieter findet.

Der Wertverlust einer Immobilie sollte daher keinem Hausbesitzer gleichgültig sein – auch, wenn er derzeit nicht beabsichtigt oder es für ihn unvorstellbar ist, sein Haus, seine Wohnung, seinen Hof zu veräußern. Schicksalsschläge, wei Scheidung, Tod eines Lebenspartners, Arbeitsplatzverlegung oder gar Arbeitsplatzverlust und damit verbundene finanzielle Nöte können Auslöser sein, dass sich Lebensumstände von einem Tag zum andern ändern und zum Handeln zwingen – sprich Verkauf einer Immobilie.

Widerstand formiert sich erst, wenn die Windräder an die eigenen Häuser vorrücken und zur persönlichen Bedrohung werden. Die Existenz von hunderten von Bürgerinitiativen spricht für sich. Ist erst mal der Wertverlust der eigenen Immobilie – bis zu 50 Prozent nach Auskunft von Fachleuten – durchgeschlagen, der Dorffrieden hin – weil sich einige Nutznießer und viele Windkraftgeschädigte feindlich gegenüberstehen – der früher freie Blick auf den Horizont verstellt, kippt die Stimmung. Mit dieser verschärften Lage wird es für die Windindustrie immer problematischer, neue Standortplanungen durchzusetzen. Das ist nur noch gegen den Willen der Bürger und unter Zuhilfenahme großzügiger finanzieller Zuwendungen möglich.