Ulrike Schneider, Fischbach, OZ vom 21. Juni 2010

„Entrüstet“

Betrifft: Geplante Windkraftanlage bei Fischbach

Schon lange beobachte ich mit wachsender Verwunderung die großzügige Verteilung von Windgunststandorten in Mittelhessen. Wenn ich dann erfahre, dass die „zwischenmenschlichen Beziehungen“ im Taunus durch den Bau von Windkraftanlagen gefährdet sind und man deshalb auf den Bau derselbigen verzichten wolle, schreibe ich jetzt besser nicht, wonach mir dabei ist.Ich war nie eine Freundin von Stammtischparolen und Polemik, aber der Verdacht der Zweiklassengesellschaft beinhaltet das berühmte Körnchen Wahrheit. Um es einmal vorsichtig auszudrücken.

Aber auch im Kreis Alsfeld werden Bürger nicht gleich Bürger behandelt. Denn wenn sich die Stadt auch entrüstet über die Windgunststandorte Elbenrod und Schwabenrod gibt, hat sie Fischbach mal eben so über die Klinge springen lassen. Die Stadt opfert zugunsten des Stadtsäckels die Gesundheit, die Lebensqualität und das immobile Vermögen der Fischbacher – von der Natur ganz abgesehen. Unseren Ruhlkirchener Nachbarn ergeht es dabei nicht besser. Mit Freuden nahm ich nun den Appell unseres Bürgermeisters Herrn Ralf A. Becker am die Vogelsberger Mitglieder der Regionalversammlung zur Kenntnis (OZ berichtete), in dem er um Unterstützung für seine Gemeinde und deren Bürger bittet. Er spricht von vermeidbaren schwerwiegenden Nachteilen für die Wohnbevölkerung, Landschaftsbild und Natur. Ich entnehme dem Artikel, dass die Stadt eine Änderung der Planung zum Schutze ihrer Bürger und Stadtteile anstrebt. Die Gemeinde und deren Bürger – sind das nicht wir alle? Herr Bürgermeister Becker, verstehen sie darunter auch die Bürger des Ortsteils Fischbach? Sollte das der Fall sein, sind wir hoch erfreut über Ihren Sinneswandel.

In diesem Sinne erhoffen wir Ihre Unterstützung für uns und in der Nachbargemeinde Ruhlkirchen, denn auch durch deren Planung werden wir, die Bürger der Gemeinde Alsfeld, dem Risiko schwerwiegender Erkrankungen ausgesetzt.